Forza Motorsport 6

Genre: Renn-Simulation Publisher: Microsoft Studios
Termin: Bereits erschienen Entwickler: Turn 10 Studios
Preis: 69,99 € (UVP) Games Store Link

Nach Forza Motorsport 5 und Forza Horizon 2 erschien jetzt passend zum 10-jährigen Jubiläum mit Forza Motorsport 6 bereits das dritte Rennspiel aus dem Hause Microsoft für die Xbox One. Wieso das der Reihe nicht schadet und ich den sechsten Teil für den bisher besten halte, erfahrt ihr in meinem Review.

I’m driving in the rain!

Forza 6 bietet neben über 450 Autos (inkl. Forza-Vista-Modus), butterweichen 60 Bildern pro Sekunde und einer handvoll neuer Strecken zahlreiche sinnvoller Ergänzungen, die das Spiel zu einem gelungenem Paket zusammenschnürrt. Endlich gibt es die von mir lange gewünschten Nacht- und Regenrennen! Während in den meisten Rennspielen meist nur die Oberflächen mit einem Wasser-Shader überdeckt werden und das Fahrverhalten etwas rutschiger wird, holt Forza 6 zum Rundumschlag aus. Ich sage nur: Pfützen!

Ihr werdet die Pfützen wirklich lieben und hassen. Man sollte die Gefahren von Pfützen in einem Rennen nicht unterschätzen. Es passierte mir oft, dass der Wagen ins schlingern geriet, wenn ich lediglich mit einer Seite des Autos durch eine tiefe Pfütze fuhr und ich einen Abflug ins Kiesbett machte. Man kann es wirklich spühren, wenn der Wagen die Haftung verliert und Aquaplaning einsetzt. Gekonnte Fahrer werden Pfützen aber auch zu ihren taktischen Vorteilen nutzen können: So kann man Gegner sanft in Pfützen drängen oder aber auch den Wasserwiederstand aktiv verwenden, um eine enge Kurve besser zu passieren.

Und von den Regeneffekten kann ich auch nur schwärmen. Normalerweise bin ich kein Fan von Cockpit-Perspektiven und spiele lieber in einer hohen Außenperspektive. Aber wenn es regnet muss ich schon zwanghaft auf den Fahrersitz, weil die Regentropfen auf der Windschutzscheibe einfach so fantastisch durch den Fahrtwind und den Scheibenwischer tanzen. Es ist nahezu schon hypnotisierend schön.

Wirklich schade finde ich, dass die Tageszeit und das Wetter nicht dynamisch sind. Wenn es einmal regnet, regnet es die gesamte Renndistanz lang. Wie cool wäre es, wenn Fützen langsam trocknen und sich die Ideallinie daraufhin verändert? Oder wenn das 24-Stunden-Rennen wirklich auch eine auf- und untergehende Sonne bietet – mit all Ihren Tücken. Und Nacht-Regen-Rennen gibt es auch nicht. Zudem bieten nicht alle Strecken eine Nacht- oder Regen-Einstellung. Es ist zwar realistisch, dass es in Abu Dabi nicht viel regnet oder dass Nachtrennen in Laguna nicht erlaubt sind. Aber wieso kann man in Rio nur bei Tag und schönstem Wetter fahren? Ich glaube im realen Rio gibt es Regen und Nächte. Hier ist auf jeden Fall noch Platz im Nachfolger reserviert.

Nichtsdestotrotz sind Nachtrennen und Regen eine Bereicherung für die Forza-Serie und bringen eine größere Abwechslung mit sich. Nach Tagen des Spielens, habe ich nur selten die selbe Strecke zu selben Bedingungen fahren müssen. Eine deutliche verbesserung zu Forza 5 also, wo ich nach wenigen Rennen schon das Gefühl hatte, alles gesehen zu haben.

Die Kampagne

Was die Kampagne angeht, macht Forza 6 einen kleinen, aber deutlichen Schritt nach vorne. Zwar ist diese für meinen Geschmack immernoch zu nüchtern, aber dafür darf ich die Geschichte des Motorsports erleben – von Straßenrennen zu den Supercars. Dennoch bietet die Kampagne mehr Abwechslung durch die Events, in denen Autos, Bedingungen und Ziele vorher definiert sind. So konnte ich schon recht früh in starke Sportwagen einsteigen, ein Indycar-Rennen bestreiten oder gegen den virtuellen Cousin von The Stig antreten.

Die neuen Mods können in den Rennen auch für Abwechslung sorgen. Mods kann man mit Ingame-Credits erwerben und bieten unterschiedliche Boni. So kann man in der Startaufstellung weiter nach vorne rücken, seinen Wagen mit mehr Leisung ausstatten ohne ihn zu tunen oder mehr Preisgelder erfahren, wenn man dafür im Gegenzug beispielsweise mit Handschaltung fährt. Dabei können bis zu drei Mods pro Rennen gleichzeitig eingesetzt werden. Für den waschechten Renn-Simulanten sind die Mods wahrscheinlich unsinnig, aber für mich waren sie eine sinnvolle (da optionale) Ergänzung. Mit den Mods musste ich mich nicht zwingend um Tuning-Einstellungen kümmern oder Rennoptionen in den Menüs umstellen.

Mir fehlt aber trotzdem ein wenig die Motivation. In Horizon hab ich immer das simple Ziel vor Augen, Meister zu werden. Das ist nicht viel, aber es reicht. In Forza 6 fahre ich wieder so lange ein Rennen nach dem nächsten, bis irgendwo ein Menüpunkt abgehakt ist. Durch so manche Motivationskrise brachten mich aber die Belohnungen bei Levelaufstiegen. Dann hat man nämlich die Chance, einen gehörigen Batzen Geld oder sogar neue Autos in einer Art Spielautomat zu gewinnen. Auf diese Weise konnte ich meinen Fuhrpark regelmäßig erweitern ohne wie in Forza 5 elend lange auf ein Auto zu sparen.

Genauso wie in den oben genannten Vorgängern tritt man gegen Drivatare an – den virtuellem Abbild echter Forza-Spieler. Natürlich crashen wieder fast alle Fahrzeuge in der ersten Kurve und so mancher Drivatar schafft es nicht, um ein Hinderniss zurück auf die Strecke zu fahren. Aber dennoch habe ich das Gefühl, gegen echte Menschen anzutreten. Mal verbremst sich ein Fahrer, mal werde ich an einer riskanten Stelle überholt oder ich werde von einem Fahrer bei einem Überholversuch geblockt. Manche Drivatare verhalten sich auch wie richtige Rüpel und drängen sich gegenseitig ab – genau so wie bei Rennen gegen echte Fahrer im Multiplayer. Wer darauf keine Lust hat, kann auf den Splitscreen ausweichen und den Rüpel von der Couch drängen.

Zusammenfassung

  • Regen- und Nachtrennen
  • Pfützen!
  • Über 450 detailgetreue Autos
  • Klasse Sound
  • Schöne Grafik bei 60 Fps
  • Große Abwechslung
  • Kein Nacht-Regen-Rennen
  • Kampagne könnte motivierender sein
  • Optisches Schadensmodell könnte besser sein

Fazit von AssKikaX

Forza Motorsport 6 ist für mich der beste Teil der Serie. Es gibt konsequente Weiterentwicklungen und altbewertes wie die Lackierungen. Dennoch sehe ich Potenzial nach oben in Sachen Kampagne (Motivation) und Wettersystem. Am großartigem Sound, der menschlich agierenden KI und der schönen, sowie butterweichen Grafik kann ich kein Haar in der Suppe finden. Forza 6 sollte in keiner Xbox-One-Spielesammlung fehlen.

Fazit von McLustig

Wer mich kennt der weiß, dass ich absolut kein Rennspiel-Fan bin. Im Gegenteil, eigentlich fand ich nie Spass an Rennspielen. Doch die Demo von Forza 6 hat tatsächlich das unmögliche geschafft: Ich habe das Spiel direkt zum Start erworben und den Kauf bisher auch nicht bereut. Forza ist ein perfekt geschnürtes Paket aus toller Optik, Sound und tollem Fahrgefühl. Und ich bin ein großer Fan der Regenrennen. Außerdem mag ich den recht sterilen und einfachen Look der Menüs und der sonstigen Präsentation. Ich fahre nicht viel, aber immer mal wieder ein, zwei Runden und freue mich über jedes neue (und antike) Auto und die tolle Cockpit-Ansicht.

Vielen Dank an Microsoft für das Bereitstellen eines Testmusters.

25. Oktober 2015 | Autor: AssKikaX

Kommentare

  1. Bei mir ist die Luft bissel raus bei Forza. Mir fehlt der Fortschritt und das Fahrverhalten wird immer merkwürdiger Vielleicht kommen die Teile zu schnell nach einander raus.

  2. Also mit den Regen- und Nachtrennen finde ich schon, dass der Fortschritt da ist. Am Fahrverhalten hab ich nichts auszusethen. Es war für mich stets nachvollziehbar, warum ich z.B. aus der Kurve flog.

    Ich finde aber, dass in der Kampagne der Fortschritt größer sein könnte.

  3. Ja und nein. Ist halt kein dynamisches Wetter und Tag/Nacht System und nicht auf allen Strecken verfügbar. Das gibt Punktabzug ^^
    Das Fahrverhalten ist mir seit einiger Zeit etwas suspekt, meines Erachtens brechen die Autos zu schnell mit dem Heck aus. Das fand ich schon in FM5 etwas komisch.

    Der Singleplayer is halt sehr trocken. Das Problem haben leider viele Rennspiele. Daher ist NFS für mich gerade eine nette Abwechslung.

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