XBLA Review: The Dishwasher: Dead Samurai

Es gibt Titel, die schon alleine durch deren Namen für Neugier sorgen. „The Dishwasher: Dead Samurai“ gehört ganz klar mit dazu. Von einem Tellerwäscher im gleichen Atemzug einen toten Samurai zu nennen hat irgendwo was Trashiges an sich und einen morbiden Hauch der das ganze etwas weiter trägt. Denn schon alleine vom Titel erwartet man keine Kartoffelmännekins die einem hüpfend auf einer grünen Wiese entgegen tollen. Nein, hier wird wenigstens ein toter erwartet und sei es nur ein Samurai, der beim Tellerwaschen vor lauter Langeweile im Spülwasser ersoffen ist. Was James Silva (Ska Studios) hier jedoch nach über 2 Jahren auf den Beinen gestellt hat ist alles andere als langweilig und es wird nicht nur bei einem toten bleiben…ganz gewiss nicht! Diese Tatsache ist es auch das wohl die USK (im Herbst letzten Jahres vergab sie nämlich schon eine „Ab 18 !“-Einstufung) alle Augen zudrücken musste. Irgendwo ist dennoch mächtig etwas schief gegangen, denn am 1. April gingen die deutschen Xbox Arcade Zocker leer aus. Die „Days Of Arcade“ legten hier eine Pause ein. Laut Major Bobo (a.k.a. Boris Schneider-Johne) war dies aber wohl nicht geplant und der drollige Tellerwäscher soll auch nach Deutschland kommen. Wann? Weiß man nicht, aber bis dahin könnt ihr euch hier und jetzt ein paar Infos zu gemühte führen. Auf zum Review von „The Dishwasher: Dead Samurai“

Gehen wir noch mal kurz auf den Entwickler, James Silva, ein. Dieser ist der Gewinner des Dream-Build-Play Wettbewerbs aus dem Jahre 2007. Ins Leben gerufen von Microsoft um kleinen Entwicklern (oder Künstlern) eine Plattform zu geben um sich bekannt zu machen. Das XNA Creators Tool war dafür quasi die Voraussetzung. So winkten neben dem 10000 US-Dollar Preisgeld auch die Chance dem Gewinnertitel als Arcadespiel saugen zu können und demnach die „richtig dicke Kohle“ zu machen. James hat mit einer frühen Version seines „Dishwashers“ klar gewonnen. Und doch sollten noch gute anderthalb Jahre vergehen bis wir es in seiner formvollendetren Fassung spielen können. Die Zeit des Wartens hat sich aber gelohnt! Gewitzte Kerlchen hat jedoch schon letztes Jahr die Chance Hand an den Tellerwäscher zu legen. Und ab da war es endgültig um mich geschehen. Das Spiel hat zum damaligen Zeitpunkt schon extrem viel Spaß gemacht. Das liegt aber eigentlich weniger an der Spielmechanik – Ein Button-Mashendes Hack´n´Slash erster Klasse! – als viel mehr an der Art der Präsentation. Audio-Visuell eine echte Meisterleistung! Man spielt hier mehr einen Comic als ein Spiel. Alle Levels recht farblos gehalten kommt so der rote Lebenssaft besser zur Geltung. Genauso wie der blutrote Himmel mit seinen leuchtenden Mond. Sieht einfach nur klasse aus und lässt sich schwer in Worte fassen….

Die künstlerische Art macht aber dennoch noch nicht das ganze Spiel aus, auch wenn ich darauf aus lege. Ein anderes Setting, andere Charaktere, nur minimal andere Moves und schon würde es bestimmt weniger Spaß machen. Es ist ein grundsolides Hack´n´Slash der Marke Ninja Gaiden und Devil May Cry. Wobei es mehr an dem Ryu Hayabusa ähnelt. Denn „The Dishwasher: Dead Samurai“ ist Bockschwer und verlangt einiges vom Zocker ab. Manch einer spricht von unfair und einfach nur pervers, ich hingegen muss sagen: Nein, stimmt so nicht! Es ist herausfordernd und zwingt einem sehr oft auf die Strategie zu ändern. Denn mit bloßem rein Rennen und drauf los Metzeln kommt man oft nicht weit, es vergehen keine 20 Sekunden bis man ein Teil seines Herzens verliert  und den Abschnitt wiederholen darf. Erst wenn alle „4 Leben“ verbraucht sind, dann heißt es das Level von vorn zu beginnen. Und das kann sehr ärgerlich bei einem dicken Bosskampf sein. Abhilfe schafft da aber doch ein kleiner Shop der in jedem Level zu finden ist. Dort kann man sich mit Nutrifischen und Vitabrot eindecken, oder besser noch gleich zwei Folgeherzen kaufen. Das sind quasi kleine extra Leben. Diese erlauben es auch dann jeder Zeit sein Herz wieder auf zu füllen und dann halt nur den Abschnitt noch mal – diesmal aber mit einer anderen Taktik – in Angriff zu nehmen.

Untermalt wird das Geschehen mit harten Stromgitarren. Dies jedoch mehr wenn es daran geht Zombies, Söldner, oder „Men In Black“/CIA/FBI-Ähnlichen Männlein die Rübe von den Schultern zu entfernen. Sieht alles herrlich überdreht und brachial aus. Wenn man sein Gegner soweit weich geprügelt hat, dann zeigt eine Taste des Controllers an das man ihn den Rest geben darf. Das Gemetzel zoomt ran, verlangsamt die Zeit und zeigt den Tellerwäscher wie er mit seinem Hackebeil den bösen Cyborg bearbeitet. Drückt man die richtige Taste wird man mit Lebensenergie und Tellermagieenergie belohnt. Mit ein bissel Zauberkraft kann man die Puppen dort gut tanzen lassen! Wo ich eben von Gitarren geredet hab: Nennt man ein Gitarren Controller von Guitar Hero, oder Rock Band sein eigen, dann wird es Zeit ihn für dieses Spiel wieder zu entstauben. An drei stellen im Spiel hat man die Chance ein fettes Gitarrensolo zu spielen (eine der besten Momente im ganzen Spiel und Gänsehautfördernd!) und dadurch ein extra für sich zu gewinnen. Hat man nun die Gitarre als zweiten Controller ein geschaltet kann man mit eben jener dieses Solo spielen und muss nicht die doofen A, B, X, Y Tasten drücken. Seeeeehr geil gemacht und eine echt klasse Idee (von der hoffentlich auch Brütal Legend gebrauch manchen wird…). Und wenn man dann schon so schön dabei ist das Solo zu rocken, dann bitte auch sogleich den „Guide-Knopf“ drücken. So wie es der olle Peter Moore damals gemacht hat wo er „Rock Band“ vorgestellt hat. Tut man dies wird man mit dem obligatorischen „Pling!“ belohnt und man sieht das man den „Peter Moore-Erfolg“ für 8 Punkte freigeschaltet hat. Selten solch ein lustigen Erfolg ergattert! Die restlichen Erfolge von „The Dishwasher: Dead Samurai“ sind recht simpel zu bekommen, sofern man halt die Story zu Ende bringen kann. Der „Friedhofswächter“-Erfolg will das man das Level noch mal nur mit der Kettensäge durchrennt. Diese bekommt man aber erst etwas später im Spiel und muss demnach darauf erst mal etwas warten. Schwierig ist nur den Arcade Modus zu packen und das Spiel auf dem Samurai-Schwierigkeitsgrad zu knacken.

Unter all dem guten was das Spiel hervorbringt etwas schlechtes zu finden ist gar nicht einfach….Und ein Kunstwerk (um das es sich hier wahrlich handelt) zu kritisieren ist auch nicht fein, aber wenn man schon was zum motzen haben will, dann das die Übersicht manchmal echt flöten geht. Der Tellerwäscher hebt sich kaum von den anderen Gestallten ab. Vom Aussehen ja, von der Farbe eher weniger. Und wenn ein wilder Mob versucht einen zu lynchen, dann passiert es schon mal das man vor lauter Schläge und Gewusel sich selber und demnach unnötig Energie verliert. Auch verfluchen halt viele den Schwierigkeitsgrad. Die Gegner wiederholen sich auch häufig und die Musikauswahl könnte etwas grösser sein. Das hier ist aber motzen auf sehr hohem Niveau! Man darf nicht vergessen woher der Titel stammt! Eigentlich ist/war das Spiel halt nur als XNA/Community Game vorgesehen gewesen und diese stehen unter den Druck eine gewisse Größe (150 MB) nicht zu überschreiten.

Ich spreche hiermit eine Kauf Pflicht aus! Natürlich nur für die, die a.) Volljährig und b.) Freunde von Hack´n´Slash Spiele sind. Und es auch nicht stört das es etwas knackiger zu geht. Die Grafik ist absolut genial! Die Story ist auch ganz gut und mehr an ein Comic angelehnt. Ich ziehe dafür mal einfach The Crow (der Tellerwäscher hat irgendwo gewisse Ähnlichkeit mit Brandon Lee (freier Oberkörper, schwarze (Leder)Hose, mag Gitarren bzw. Rockmusik), auch die Story von der Rache kennt man…) und Sin City aus dem Hut. So verhält es sich auch mit dem Gewaltgrad. Es ist einfach krass überzogen und comichaft! Man bekommt da nichts zu sehen, was man nicht schon mal irgendwo anders gesehen hätte. Das Gameplay ist recht einfach, dank unterschiedlicher Kombos und Waffentausch jedoch mit der nötigen Tiefe ausgestattet. Co-Op darf lokal, oder online geschnetzelt werden und verleiht „The Dishwasher: Dead Samurai“ noch mal ein wenig mehr Würze. Ansonsten laden der Story- und der Arcade Modus zum stundenlangen Zocken ein. Acht dürften es locker werden…

Also, unterstützt solch ein Projekt und zeigt James Silva das er echt ein „MUST HAVE“ Titel erschaffen hat. Für 800 Microsoft Points bekommt ihr hier einen Meilenstein der Xbox Live Arcade Spiele!

P.S. Hier noch mal ein kleiner Vergleich zum eben genannten Vergleich Brandon Lee / the Crow -> The Dishwasher / Der Tellerwäscher :
[xrr rating=12/12 label=“Spielspaß:“ display_as=fraction_stars fraction_separator=“ / „]

15. April 2009 | Autor: Kn0kkelmann

Kommentare

  1. hab ich noch nie was gehört von dem titel, aber mal nachsehen:
    – Hack´n´Slash check
    -blut und morde
    -schön gemachte comicgrafik check
    -gitarrenmusik check
    -sin city check

    ok is gekauft 😉

  2. @Torminator
    So is artig, aber noch nie etwas von dem Titel gelesen zu haben ist ja schon fast ein Frevel… 😀

    @Manni
    Danke dir. 🙂 Und das mit der Länge sei mir verziehen(gillt auch für den Rest der Belegschafft…). Ich musste mich schon echt zügeln, sonst wäre es noch echt viel länger geworden.

  3. Gut Ding will halt weile haben. 😀
    Wobei…wenn es noch einige Wochen dauern wird..hmmm…schnupper ich da etwa so etwas wie eine Kürzung? Was könnte denn da soooo lange dauern. Vor allem wenn es solch eine laaaange Gesichte sein soll. Denn „meine Version“ hat deutsche Bildschirmtexte. Klar, denn in Österreich wird ja auch Deutsch gesprochen… ^^

    Ich hoffe echt das der Boris uns über diese laaaange Geschichte aufklärt.
    Das warten wird sich aber lohnen. Wer´s nicht mehr erwarten kann, nun, der wird sich sicher zu helfen wissen… 🙂

    Danke für die Kudos, Mc. 🙂 Freut mich zu lesen.

  4. Also ich glaube das Spiel ist nichts für mich da ich ja mehr auf Elektronische Musik stehe und mir die Gitarrenmucke mit der Zeit bestimmt auf die Nerven geht. Aber das ist ja nur mein persönlicher Geschmack.

  5. Pingback: [XBox 360] The Dishwasher: Dead Samurai für 400 MS Points » Live, XBox, Points, Gold-Mitglieder, Test, Samurai » Welt der Schnäppchen

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