Tomb Raider

Genre: Action Adventure Publisher: Square Enix
Termin: 5. März 2013 Entwickler: Crystal Dynamics

Ein Auftrag, der nicht leicht war. Eine Figur, die schon fast legendär ist. Eine extrem große und kritische Fangemeinde. Nein, sicherlich nicht viele Entwickler hätten sich gerne der Herausforderung gestellt, Tomb Raider neu und frischer zu gestalten. Square Enix gab diese Aufgabe Crystal Dynamics und scheint damit den richtigen Riecher gehabt zu haben. Lest im folgenden Review, ob Tomb Raider die Frischzellenzufuhr gut getan hat.

Jung, hübsch und …anders!

Lange habe ich auf dieses Spiel gewartet und der Raum war mit Spannung gefüllt, als ich die Tomb Raider DVD in das Laufwerk der Xbox 360 gelegt habe. Nach kurzer Zeit erscheint das Titelbild. Kurz das Menü angeschaut, den normalen Schwierigkeitsgrad gewählt und auf „Start“ gedrückt. Nach einem netten Intro, finde ich die junge Lara Croft kopfüber in einer Grotte wieder. Im ersten Moment habe ich gar nichts gemacht, nur die Grafik bestaunt. Tolle Lichteffekte, scharfe Texturen und natürlich die in Stofffetzen eingehüllte Lara Croft. Nach kurzer Zeit konnte ich Lara aus der „hängenden Situation“ befreien. Darauf folgte eine imposant inszenierte Flucht aus dem Höhlensystem. Die ersten Minuten sind schlichtweg atemberaubend und wenn man aus der Höhle entkommen ist und wieder frische Luft atmen darf, fühlt man sich im wahrsten Sinne des Wortes befreit – doch frei ist Lara Croft noch lange nicht…

Ein schöner Sonnenuntergang, lauter Überreste von Schiffen und Flugzeugen, mittendrin in einer Inselidylle voller Grün, mit Wasserfällen und hohen Bergen sowie tiefen, dunklen Höhlen. Der perfekte Spielplatz für ein Tomb Raider Spiel – packen wir’s an! Verletzt, mit etlichen Blessuren, einer gebeugten Körperhaltung und mit Angst in den Augen geht Lara die ersten Schritte auf der Insel. Man spürt förmlich die Änderungen, die Crystal Dynamics vorgenommen haben. Mal ehrlich, Lara Croft und verletzt? Ängstlich? Unsicher? Sowas kannte ich bisher noch nicht von der Ikone.

Über Stock und Stein, von Reliquien und Feinden

Die Zocker unter uns, die sehr besorgt um „ihre“ Lara sind hinsichtlich des Gameplays, sei gesagt, dass die Änderungen nicht so groß sind, wie es viele im Internet behauptet haben. In Tomb Raider gibt es eine Menge zu tun und vorallem zu finden. Ob es nun Dokumente, Geocaches, Reliquien, geheime Gräber oder spezielle Herausforderungen sind, ihr kommt definitiv auf eure „Raider-Kosten“. Alleine die erste Herausforderung in einem Waldgebiet erfordert höchste Aufmerksamkeit. Ihr müsst 10 Geisteranhänger finden, die an Bäumen, unter Brücken oder dunklen Ecken versteckt sind. Gemein und absolut motivierend. Solche Herausforderungen bekommt ihr in jedem neuen Gebiet – mal schwerer, mal leichter. Doch zurück zum Hauptstrang und somit zur Story des Spiels. Die ganze Schiffscrew wurde ebenfalls an Land gespült und nach und nach findet ihr eure Begleiter wieder. Natürlich kommt ihr nicht einfach so von der Insel weg – ganz im Gegenteil. Eine mysteriöse Gewalt und eine durchgeknallte Sekte versuchen euch daran zu hindern.

Anhand der zahlreichen Dokumente erfahrt ihr immer mehr über die Gefahren und Vorgänge auf der Insel. Unterstützt wird die Geschichte anhand guter Zwischensequenzen, die in Spielgrafik dargestellt werden. Kommen wir zurück zu den unfreiwilligen Inselbewohnern, die eine Sekte gegründet haben. Wenn ihr auf diese trefft, wird das Spiel deutlich actionreicher. Mit Pfeil und Bogen, einem Kletterhaken und verschiedenen Schußwaffen, müsst ihr euch gegen diese Jungs wehren. Der Nahkampf wurde ebenfalls eingeführt und ihr habt die Möglichkeit, die Gegner zu vermöbeln. Je nach Skilllevel könnt ihr auch bei richtigem Timing Finishing Moves durchführen.

Es gibt immer wieder Möglichkeiten, die Umgebung für sich im Kampf zu gewinnen. Sei es, eine Lampe, die mit Öl gefüllt ist, anzuschiessen, um die Gegner in Brand zu setzen oder (explosive) Fässer auf die Gegner rollen zu lassen. Lara sucht in der Nähe von Felsbrocken oder Häuserwänden automatisch Deckung. Aus dieser könnt ihr blind oder gezielt auf die Feinde schießen. Auch das Meucheln ist in Tomb Raider möglich sowie das „stille Töten“ mit Pfeil und Bogen – immer schön auf den Kopf zielen. Die Gegner verhalten sich überwiegend intelligent im Gegensatz zu anderen Spielen. Sie verlassen auch gerne mal ihre Deckung und versuchen den Spieler einzukreisen etc.

Tolle Technik auf alter Maschine

Gleich zu Beginn des Spiels wird deutlich, wie gut die Grafik ist und gleich vorab, sie wird nicht schlechter. Sehr gute Texturen, tolle Lichteffekte, knackige Soundeffekte und ein immer wieder sparsam eingesetzter Soundtrack, der ebenfalls zu gefallen weiß. Crystal Dynamics arbeitet mit allen Tricks, um dem Spieler eine offene Welt zu präsentieren. Die Gestaltung der Umgebungen ist dabei ebenfalls sehr gelungen und ihr könnt euch relativ frei bewegen und an allen möglichen Dingen hochkrakseln. Obwohl die Insel keine großen Unterschiede in den Arealen bietet, kommt keine Langeweile auf, da ihr immer wieder in Höhlensystemen oder in Gemäuern euer Unwesen treiben könnt.

Schön ist auch, dass der Spieler nicht sofort in sämtliche Gebiete vorstoßen kann. Nur mit speziellen Ausrüstungsgegenständen kommt man an einigen Stellen weiter und diese bekommt man im Laufe des Spiels. Die Welt ist  in etliche größere und kleinere Bereiche unterteilt. Ohne Ladepausen könnte man vom Anfangspunkt bis zum Ende laufen. Schön ist, dass die einzelnen Bereiche ein oder mehrere Lagerplätze besitzen. Der Spieler kann somit die bereits gefundenen Lagerplätze immer wieder besuchen. Zudem kann man an den Lagerplätzen seine Waffen aufrüsten und seine Skills aufleveln – vorausgesetzt, ihr habt genügend Material bzw. Erfahrungspunkte gesammelt. Erfahrungspunkte erhaltet ihr fast bei jeder Aktion, Material bekommt ihr aus umliegenden Kisten, von erledigten Gegnern und Tieren, die ihr gejagt habt.

Ein Bericht zum Multiplayer Modus wird nachgereicht. Mir war es bis jetzt noch nicht möglich, diesen ausführlich zu testen.

Zusammenfassung

  • Atemberaubende Optik
  • Sehr atmosphärische Inselwelt
  • Lara Croft ist kein Superheld, zeigt Gefühle
  • Gelungener Mix aus Action und Erkunden
  • Wer im Tomb Raider Style vorgeht, bekommt viel Spiel
  • Spannende Shootouts, gutes Deckungssystem, nettes Skillsystem
  • Klettereinlagen nicht mehr herausfordernd
  • Ascender-Bug nervt, Lösung findet ihr aber auf Gen of Games 🙂

Manni’s Fazit

Ein Hoch auf Crystal Dynamics und Square Enix. Tomb Raider ist nicht nur sehr gut geworden – nein – es ist auch besser als die meisten seiner Vorgänger! Wer sich auch auf die verschiedenen Aufgaben konzentriert und versucht, die Insel wirklich zu erkunden, wird ein Tomb Raider typisches Spiel erleben. Dabei bieten zum Beispiel die geheimen Grabkammern auch einige Kopfnüsse. Die Actioneinlagen kommen nicht zu häufig vor und machen zudem auch noch gehörig Spaß. Die Story ist gut, jedoch etwas vorhersehbar. Lara Croft wurde erfolgreich wiedergeboren – anders als jemals zuvor und eines ist sicher, es muss noch viele weitere Abenteuer mit dieser Lara geben! Wohl an denn, Crystal Dynamics – an die Arbeit!

Links und Trailer

…Findet ihr in einem Extra-Artikel. Bitte klickt auf diesen Link

22. März 2013 | Autor: Maynard

Kommentare

  1. ich habs gestern abend endlich zu ende gespielt. ich bin irgendwie traurig, dass es vorbeit ist. ich will unbedingt mehr abenteuer mit der neuen lara bestreiten!

  2. DITO!!! Crystal Dynamics könnten wenigstens bis zum nächsten Teil ein paar SP DLCs rüberwachsen lassen – ich würde sie sogar kaufen 🙂

  3. Diese Begeisterung kann ich nicht uneingeschränkt teilen.

    Man stampft einfach die Geschichte der alten Teile ein und erfindet was neues. Warum eigentlich? Hier hätte man noch genug raus holen können. Statt dessen wird einem eine vor Klischees strotzende Geschichte mit nervenden Charakteren vorgesetzt. Bei einigen wünscht man sich das ganze Spiel schon das sie endlich „drauf gehen“. Es entwickelt sich kein Gefühl, dass diese Leute irgendwie zusammen gehören.
    Zu zeigen, wie die Hauptperson zu der wird, die man aus den alten Teilen kennt, ist zwar ein netter Gedanke, wird aber viel zu schnell und unglaubwürdig gemacht. Grad noch die jammernde Lara die das alles so schlimm findet, ein paar Minuten später alles am Töten was vor die Flinte läuft und am Ende die Killerin schlecht hin die auch ihre Freunde auffordet alles abzuknallen was rum läuft.

    In Sachen Gameplay gibts kaum noch Rätsel. Die meisten davon sind dazu noch optional, also muss man sie nicht machen um weiter zu kommen. Der größte Bruch zu den alten Teilen und auch der Grund warum ich das Spiel nicht unter dem Namen akzeptieren kann. Dafür darf man jetzt mit allerlei Waffen wild um sich ballern und in teilweise mehreren Wellen Gegnern nieder mähen. Hier gilt wie in vielen anderen Action Spielen das erst was passiert wenn man einen bestimmten „Punkt“ überschreitet und damit die nächste Welle an Gegner frei gibt.
    Die Entwickler schicken einen zudem mehrfach direkt ins „verderben“, ohne das man etwas dagegen tun konnte. Völliger Blödsinn sowas und es wirkt zu aufgesetzt.

    Ein weiterer Punkt ist die übertriebene Gewaltdarstellung. Napalmpfeile, Exekutionsmoves… Nein, nein. Sowas verbessert das Spiel nicht und wirkt auf mich eher abstoßend.

    Und dann wären noch die vielen Logikfehler. Stichwort erster Kill. Wenn ich gerade an mehrerern Wachen vorbei schleiche und ein paar Meter weiter jemand erschieße, wieso kriegt das niemand von den anderen mit? Wieso hat dieser gerade erledigte Anführer der Bande in seiner Pistole nur 2 Schuss und kein Ersatzmagazin dabei ? Sowas stört mich sehr und zieht die Stimmung nach unten.
    Wie diese Frau überhaupt die ersten Stunden überlebt ist sowieso ein Rätsel. Wenn sie in Wasser fällt, stirbt sie, aber Meter tiefe Abhänge runter stürzen kann sie mit ein bisschen keuchen ohne Probleme überleben. Kurz wieder aufrappeln und weiter gehts wie vorher. Ne is klar… Natürlich gab es früher auch schon solche Sachen, aber wir sind ein paar Jahre weiter und solche Dinge dürfen heute nicht mehr sein.
    Zu Beginn klagt Lara über Hunger und man wird vom Spiel aufgefordert ein Tier zu erlegen um an Nahrung zu kommen. Leider spielt dies im weiteren verlauf aber keine Rolle mehr. Man tötet Tiere nur noch um Erfahrungspunkte zu sammeln.

    Es ist nicht alles schlecht. Technik und Steuerung passen, die Inszenierung an sich auch, aber man hat Tomb Raider seiner Seele beraubt. Das fertige Produkt mag ein gutes Actionspiel sein, hat den Namen Tomb Raider aber in keiner Weise verdient. Man benutzt ihn nur des Bekanntheitsgrades wegen, da es sonst sicherlich weniger Käufer gegeben hätte. Aus Sicht eines Fans der alten Teile auch zurecht.

  4. Ich bin ebenfalls ein Fan seit dem ersten Teil und kann klar sagen, dass die Serie schon sehr früh ihren Glanz verloren hatte. Schon die letzten beiden Teile zeigten deutlich mehr Action als ihre Vorgänger, somit ist das jetzige Produkt eine konsequente Fortführung der Entwicklung – hätte man anders lösen können, wurde jedoch auch nicht schlecht gemacht. Klar, mehr Rätsel, herausfordernde Krakseleien – all das hätte ich mir auch sehr gewünscht aber wenn man das Spiel so spielt, dass man sich viel Zeit nimmt, um die Gegenstände und Gräber zu finden, stellt man schnell fest, wie gut Crystal Dynamics die Ausgewogenheit zwischen Action und Adventure hinbekommen haben.

    Mit weiteren Kritkpunkten kann ich ebenfalls übereinstimmen aber… diese, wie z.B. die Nahrungsbeschaffung, würden den Spielfluss extrem stören und letzen Endes vielleicht sogar total nerven. Die Charaktere sind nettes Beiwerk und jetzt mal im Ernst, in keinem TR Spiel waren die Nebencharaktere gut umgesetzt – lediglich blasses Beiwerk. Zudem finde ich persönlich, dass die „neue“ Lara wesentlich mehr Charakter besitzt als die „alte“. Klar, man hätte die Entwicklung deutlich differenzierter darstellen können aber auch so reicht es aus. Letzten Endes stellt sich Lara Croft den Gegebenheiten. Hättest Du Lust auf Hauptdarstellerin, die bei jedem Kill in Tränen ausbricht, depressiv wird und sich vielleicht eigenhändig in die See stürzt? Sie muss in der Situation durchgreifen – und das macht sie auch… Jedoch lässt sich der Kritikpunkt nicht wegdiskutieren. Die Entwickler hätten sicherlich noch etwas mehr an Zeit investieren dürfen, um den Werdegang noch intensiver darzustellen.

    Die Gegnerwellen habe ich als „Wellen“ nicht wahrgenommen. Sie haben ihre Plätzchen und wenn man ihnen zu nah kommt, gibt es etwas auf die Zwölf – agieren recht „intelligent“ und sind, wie in vielen anderen Spielen, nicht plötzlich wieder an der gleichen Stelle, wo man sich noch kurz zuvor erledigt hat 🙂

    Es war ein mutiger Schritt von Square Enix und Crystal Dynamics, Tomb Raider „frischer“ zu gestalten. Ein Wunsch vieler Tester und Zocker könnte vielleicht auch in den nächsten Teil einfliessen – mehr Rätsel, herausfordernde Kletterpassagen. Ich bin zumindest mit TR sehr, sehr, sehr zufrieden.

  5. Finde die Mischung nicht gelungen. Die Rätsel in den Gräbern hätte man auch in den Spielverlauf einbinden können. Hat man aber nicht und somit sind die Rätsel bis auf wenige Ausnahmen optional.
    Keine Ahnung warum man das so gemacht hat. Ob man daran in der Zukunft wieder was ändern wird bleibt abzuwarten. Die Wertungen im schnitt sind hoch, so könnte man meinen, dass man nichts ändern muss.

    Mit Gegner Wellen meine ich z.b, die Barackenstadt. Eine Welle kommt, man beseitigt alle und dann is ruhe. Man geht ein paar Schritte weiter und dann geht die nächste Welle los.

    Bezüglich der Nahrungsbeschaffung hätte man dann einfach diese erste Aktion weg lassen sollen. Man lässt den Spieler da etwas machen und man könnte glauben das man das auch im Rest des Spieles tun muss, was aber nicht der Fall ist. Finde das eher verwirrend.

    Und einen Punkt noch vergessen: Die deutsche Stimme der neuen Lara ist nicht gut. Da sind sogar einige der anderen Figuren besser vertont. Finde die Stimme passt nicht und ist auch ein vielen Stellen nicht gut gesprochen.

Schreibe einen Kommentar