Of Orcs and Men

Genre: Action-Adventure Publisher: Focus Entertainment
Termin: 12. Oktober 2012 Entwickler: Spiders, Cyanide Studios

Es gibt viele Rollenspiele und oft wiederholt sich die Geschichte hinter den Spielen. Böse Monster gegen gute Menschen, Elfen, Zwerge etc. Mit Of Orcs and Men wurde der Spieß umgedreht. Spiders und die Cyanide Studios bestreiten den „Grünen Weg“, diesen bin ich mit der Xbox-360-Version gefolgt.

Es war einmal…

…vor nicht allzu langer Zeit, da erschien das Spiel Of Orcs and Men für die Xbox 360, die PlayStation 3 und den PC. Die Zusammenarbeit von Spiders und den Cyanide Studios brachte ein Action-Rollenspiel im Fantasy-Setting hervor. Dahinter verbirgt sich eine originelle Idee: Ein Ork und ein Goblin sollen die Helden sein, die Menschen ihre Gegner. Wer jetzt auf ein neues Skyrim oder Dragon Age hofft, wird schnell enttäuscht sein. Of Orcs and Men bietet keine offene Welt, hält sich mit dem Charakterdesign zurück und eine wahre Item-Jagd gibt es ebenfalls nicht. Dennoch versprüht das Spiel einen gewissen Charme. Ob dieser ausreicht, um Of Orcs and Men weiter zu empfehlen, lest ihr in den nächsten Zeilen.

Grünhäute gegen Weißhäute

Der Imperator Damokles möchte das iserische Reich unter einer Führung sehen – seiner eigenen. Zudem soll es nur eine Religion geben, der Inquisition sei Dank. Der südliche Teil des iserischen Kontinents wird von Orks und Goblins bewohnt, die sich zunehmend der Gefahr bewusst werden, ausgerottet oder versklavt zu werden. Ein Stamm der Orks, die Blutkieferlegion, bekannt für ihren Stolz und ihren ungebrochenen Kampfwillen, will sich der Inquisition, der Sklaverei und der Tyrannei zur Wehr setzen.

Arkail ist einer der Blutkieferlegionäre. Er bekommt die wichtige Aufgabe, ins Gebiet der Menschen zu reisen und eine wichtige Verbündete zu befreien, um den Widerstand ins Rollen zu bringen. Da Arkail ein wahrer Berserker ist, der seine Wut nur schwer unter Kontrolle bringen kann und allzu oft in Raserei verfällt, bekommt er einen „schlauen Kopf“ an seine Seite. Styx, ein ausgebufftes Schlitzohr mit der Lizenz zum Meucheln, wird Arkail auf seiner gefährlichen Reise begleiten. Der Ork und der Goblin sind jedoch alles andere als Freunde und verfallen nicht selten in Sticheleien und Diskussionen. Insgesamt wird die Story packend erzählt und beinhaltet überraschende Wendungen.

Viel Action und wenig Rollenspiel

Das Hauptaugenmerk liegt auf den zahlreichen Kämpfen, die mit Hilfe von Befehlen durchgeführt werden – also kein Kampfsystem wie zum Beispiel bei Skyrim. Ihr könnt jederzeit zwischen Arkail und Styx wechseln. Arkail ist für den direkten Kampf zu empfehlen. Dabei könnt ihr die Angriffsstellung oder die Verteidigungstellung wählen. Mit Hilfe eines Ring-Menüs könnt ihr bequem und unkompliziert die Angriffe auswählen und aneinanderreihen. Neben einem Lebensbalken seht ihr bei dem Ork auch eine Wutanzeige. Ist diese gefüllt, verfällt der Berserker in eine Raserei, die ihr nicht unterbrechen oder steuern könnt. Sogar Styx kann in dieser Situation einfach niedergeschlagen werden. Doch keine Bange, nach einem Kampf werden die Lebensbalken wieder gefüllt und der niedergeschlagene Begleiter steht wieder auf.

Styx ist der Typ für das Auskundschaften der Umgebung und für das stille Töten in einer Art „Schattenmodus“. In diesem Modus wird der Goblin von den Gegnern nur schwer erkannt und kann sich im Feindesgebiet umschauen und zudem Gegner leise meucheln. Der Spieler kann bei dem Goblin zwischen Fern- und Nahkampf entscheiden. Styx ist somit ein wichtiger Bestandteil in den Kämpfen, die je nach Schwierigkeitsgrad gut durchdacht werden sollten. Es ist zu empfehlen, mit Styx zuerst die Gegend auszukundschaften, möglichst viele Gegner im Stillen zu eliminieren, um später im offenen Kampf besser dazustehen. Ein weiterer Tipp: Perfektioniert bei Styx die „Giftattacken“.

Die Rollenspielaspekte sind schnell geschildert. Ihr bekommt pro Level einen Punkt für die Attribute, wie zum Beispiel Stärke oder Ausdauer, und einen Punkt für die Fähigkeiten, wie zum Beispiel „vergiftete Dolche“. Es gibt für beide Charaktere gerade einmal eine Hand voll Waffen und Rüstungen, die sich nicht sehr stark voneinander unterscheiden.

Das technische Korsett

Spiders und die Cyanide Studios verwenden für Of Orcs and Men ihre hauseigene Engine namens Silk Engine. Diese produziert durchaus ansehnliche Texturen und die beiden Hauptcharaktere sehen ebenfalls gut und detailliert aus. Die einzelnen Level sind schlauchartig, mit teils ein oder mehreren Abbiegungen. Wälder, unterirdische Gänge, Stadtgebiete oder Eisgebiete kommen zu selten gut zur Geltung aufgrund des Leveldesigns. Dafür bietet eben genau dieses Leveldesign eine gute Spielbarkeit – schnörkellos, ohne großes Umherreisen, von Kampf zu Kampf.

Grafische Abstriche gibt es bei den Nebencharakteren. Diese sehen weniger detailliert aus und bewegen sich recht steif über den Bildschirm. Dafür punktet die musikalische Untermalung sowie die deutsche Synchronisation. Die Musik erzeugt eine passende Atmosphäre. Dafür verantwortlich ist Olivier Deriviere und das Boston Cello Quartett, die für den Soundtrack sogar für den Annual Game Music Award nominiert wurden. Eine Kostprobe erhaltet ihr »HIER. Die deutschen Stimmen wurden gut ausgewählt und allen voran der grimmige Ork Arkail und das Schlitzohr Styx werden fantastisch vertont.

Nischenspiel contra Massenmarkt

Kommen wir zu der obigen Frage zurück. Kann Of Orcs and Men überzeugen? Reicht der besagte Charme aus, um euch das Spiel weiter zu empfehlen? Jein! Wer auf eine richtig gute Story steht, Gefallen an starken Charakteren findet und Atmosphäre mehr schätzt als „Technikprotz“, kann und sollte sich das Spiel genauer anschauen. Alle anderen sollten sich eher für die Massenmarkttitel wie z.B. Skyrim oder Dragon Age entscheiden.

Zusammenfassung

  • Tolle Atmosphäre
  • Gelungener Soundtrack
  • Fesselnde Story
  • Gute Synchronisation
  • Schlauchartiges Leveldesign
  • Spielzeit nur ca. 14 Stunden
  • Grafische Qualität schwankt bei Umgebungen und Charakteren
  • Kämpfe könnten dynamischer sein – kein Hack & Slay

Manni’s Fazit:

Of Orcs and Men hat mir, nach einem anfänglichen Schock bezüglich des Leveldesigns und der wenigen Rollenspielanteile, verdammt viel Spaß gemacht. Mit der fortlaufenden Spielzeit sind mir Arkail und Styx richtig ans Herz gewachsen, mit ihren ewigen Streitereien bis hin zu fast brüderlichen Verhältnissen. Die Kämpfe gingen immer besser von der Hand und die Story hat mich mit ihren Wendungen gefesselt. Aller negativen Punkte zum Trotz kann ich das Spiel einem gewissen Publikum also durchaus weiterempfehlen.

Weitere Informationen und Links

  • Soundtrack zum Spiel

27. Januar 2013 | Autor: Maynard

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