Wizorb – Scott Pilgrim/Deus Ex: HR-Macher auf Spuren von Breakout, Zelda und Retro

Kleider machen Leute! So auch bei den Spielen? Vielleicht, der Fakt, dass drei Entwickler – alle vorher bei Ubisoft und/oder Eidos tätig und rückblickend auf eine zusammengefasste 30 Jährige Berufserfahrung – ein neues Studio namens Tribute Games gründen und sich mit dem auf alte Tugenden berufen mag viel heißen. Die Herausforderung sich vermehrt auf Indiespiele mit 8/16-Bit-look zu konzentrieren und Xbox LIVE Indie Games als Veröffentlichungsplattform zu wählen ist enorm und mag nicht unbedingt positiv enden, jedoch nimmt man den PC als Spielplatz noch mit dazu, somit dürfte der „Schaden“ weitaus milder ausfallen. Das mag ganz sicher nicht am genialen Wizorb liegen, nein, vielmehr die Ignoranz und die Tripple-A-Geilheit der spielenden Gemeinde. Tribute Games bzw. Justin Cyr, Jonathan Lavigne und Jean-François Major (sogar mit der Hilfe von Pixel-Art G0ttheit Paul Robertson!!!) haben genau DAS geschaffen was man heute von vielen Entwicklern erwarten sollte – eine Rückbesinnung auf alte Zeiten mit einem Spritzer Neuzeit. Und genau das schafft Wizorb bestens! In unserem kleinen Preview (mit Trailer) erfahrt ihr mehr….

 

Die Überschrift sagt es ja schon – Wizorb ist eine dicke Hommage ans Retro-Genre! Besser gesagt an die guten, alten Block-Breaking Games – Breakout und Arkanoid sei hier mal genannt, gewürzt mit einer kleinen Priese RPG-Charme alá Zelda/Faxanadu. Angefangen hat’s ja mit Breakout auf dem Atari und nun rund 30 Jahre später erfreuen sich viele damit Klötzchen mit einem kleine Brettchen und einem Ball zu eliminieren. Dieses Genre mit einem Fantasy-Setting zu vermischen ist nicht wirklich neu, jedoch findet bei Wizorb alles sein rechten Platz, wo bei Block Block (Capcom, 1991, Capcom Classic Collection Vol.2, PS2) und Develish (Starfish, 2005,Nintendo DS) alles unterste Schublade war.

In Wizorb steuern wir den Zauberer Cyrus (Justin CYR, anyone?? 😉 ) durch eine gebeutelte Fantasy Welt, welcher natürlich schreckliches Leid widerfahren ist. Ein ganzes Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht und die Bewohner von Tarot Village haben natürlich nichts besseres zu tun als uns um Geld an zu flehen. Dieses und ein Highscore verdienen wir uns dann auch in den eigentlichen Level – in bester und feinster Breakout/Arkanoid manier. Neben Blöcke wollen aber auch noch Gener und Endgegner zerstört werden. Und wer ein Schlüssel von den Bewohnern bekommt, der kann im simpel versteckten Shop alle paar Level sein Zauberstab aufwerten (solange bis wir Ableben…), sich mit zusätzlichen Leben eindecken, oder Zaubertränke kaufen. Dieses rote Gebräu (wie auch Taler, aber auch Fallen) fällt bisweilen auch mal aus den Blöcken und füllt unsere Mana Anzeige wieder etwas auf. Mit der Magie können wir unseren Ball nämlich kurzweilig in eine flammende Kugel verwandeln, oder ihr so Flügelchen anhexen, damit wir diese dann in aller Eile irgendwo platzieren können wo es uns beliebt. Die Magie sollte sparsam und strategisch eingesetzt werden, da sie halt doch sehr begrenzt ist. Eine ungeheure Aufwertung dieses Spielprinzips, welche ganz klar dem Spielspaß zu gute kommt.

Das Gameplay ist knackig und reagiert wirklich sehr gut. Dank der drei wählbaren Schwierigkeitsgrade kommt hier jeder auf seine Kosten. Man wünscht sich zwar (wie bei allen Block-Breaking Games (Block Kuzushi auf japanisch…^^)) den alten Atari Paddle Controller wieder herbei, mit D-Pad oder Analogstick geht es jedoch auch. Die Grafik erstrahlt in wunderschöner 8/16-Bit Optik in gestochen scharfen HD und versprüht sofort Charme, sei’s durch die niedlichen Animationen, oder durch das nostalgische Gefühl. Sie ist eine Pracht! Ohne wenn und aber! Unterstrichen wird das alles erst noch so richtig durch den genialen Chip-Tune Soundtrack und den ganzen Geräuschen (der bellende Hund im Tarot Village ist…plain AWESOME!!!).

Die Level und Gegner sind abwechslungsreich gestaltet. Die Möglichkeit während der Level (zwölf pro „Stufe“, verteilt auf 5 Welten) zu speichern, dafür jedoch sein Highscore zu verlieren ist auch fein, wenn auch auf der anderen Seite etwas drastisch. Die Leute im Dorf halten in aller Regel nur ein kurzen Plausch mit Cyrus und fordern dann sofort Geld. Entlohnt wird man aber immer….irgendwie. Hier hätte ruhig etwas mehr Abwechslung rein gekonnt, denn man neigt beim Spielen von Wizorb dazu mehr Wert auf dem RPG-Anteil zu legen, als auf das eigentlich stärkere Augenmerk, den zerstören von Klötrzen und der Jagd nach dem Highscore. Sollte Wizorb ein Erfolg werden, so meinte man schon zu mir im XNA/App Hub Forum, dass im wohlmöglichen Nachfolger etwas mehr Wert auf die RPG-Elemente gelegt wird. Jetzt kann und will man am Spiel nichts mehr ändern, denn zu 99,5% ist es fertig gestellt und wartet darauf Ende September via XBLIG veröffentlicht zu werden. Und ganz ehrlich – Ich habe selten solch eine solide und ausgereifte Playtest Fassung eines Spiels gespielt. Man merkt das hier Profis am Werk waren bzw. sind. Eine Bereicherung für die Indiegames auf der Xbox 360 allemal, wenn sie es nun auch noch schaffen aktiv in der App Hub-Community zu werden, oder zu bleiben, dann können sie vielen Nachwuchstalenten mächtig helfen. Es wäre zu hoffen und zu wünschen. Natürlich auch auf ein dicken Erfolg für Wizorb und dem Studio Tribute Games an sich. Eine PC Fassung von Wizorb soll es auch noch geben, wenn auch etwas später, aber wohl noch in diesem Jahr. Preislich wird man sich wohl an die 240 MS Points orientieren. Jeder Punkt ist mehr als gut darin investiert.

Erster Eindruck:

Hervorragend! Wirklich sehr guter Mix aus zwei total gegensätzlichen Genres, aber der Mix klappt wirklich gut, wenn auch leider zu wenig Rollenspielelemente. Extra Protion Retro-Charme, welchen man sich schwer entziehen kann. Ein richtiger, wichtiger und mutiger Schritt von Entwicklern großer Firmen. An Jonathan Lavigne (Thank you very much for Scott Pilgrim vs. The World ! 🙂 ), Jean-François Major und Justin Cyr sollten sich viel mehr Entwickler ein Vorbild nehmen und die gute, alte Zeit wieder zu Leben erwecken. Und somit den verwöhnten Kids von heute zeigen das Sprites viel mehr Leben haben als ein hochglanzpolierter Kühlschrank alá Marcus Fenix!

 

 

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15. September 2011 | Autor: Kn0kkelmann

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