Halo 5: Guardians

Genre: Ego-Shooter Publisher: Microsoft Studios
Termin: Bereits erschienen Entwickler: 343 Industries
Preis: 69,99 € (UVP) Games Store Link

Ein Jahr nach der Master Chief Collection erschien nun das erste neue und frische Abenteuer im Halo-Universum für die Xbox One. Dabei ist Entwickler 343 Industries einen mutigen Schritt gegangen und hat so einiges geändert und modernisiert. Neue Spielmechaniken, neue Charaktere und eine neue Bedrohung warten. Also Helm aufsetzen und die Galaxis ein weiteres Mal retten!

Spartans hauen auf den Putz!

Vorweg: Ich habe nur die Story-Kampagne gespielt und werde auch nur diese in diesem Review beleuchten. Ich werde weitgehend auf Spoiler verzichten.

Nachdem einige Erdenkolonien durch eine mysteriöse Blutsväter-Technologie vernichtet wurden, werden der Master Chief und sein Spartan-Team dazu gezwungen sich Befehlen zu wiedersetzen, um auf eigene Faust den Ursprung der Verwüstung zu stoppen. Währenddessen wird das Osiris-Fireteam rund um Spartan Locke damit beauftragt, den Chief zu fassen und zurück zu holen. Nett: Schauspieler Nathan Fillian (Firefly, Castle) ist einer der Spartans im Osiris-Team und definitiv ein kleines Highlight an sich.

Diesmal ist die Kampagne so ähnlich aufgebaut wie Halo 2, in welcher man abwechselnd den Chief und den Gebieter spielte. Nur, dass nun zwischen dem Blue-Team des Chiefs und dem Osiris-Team gewechselt wird. Aber: leider wechselt man nicht so oft, wie man es sich am Anfang erhofft. Von insgesamt 15 Missionen war ich nur in 3 Missionen in der grünen Rüstung unterwegs! Richtig! DREI!

Schlussendlich kann man zur Story sagen, dass sie sich wie ein typischer zweiter Teil einer Trilogie anfühlt: Etwas düsterer, hoffnungsloser und mit offenem Ende. Ich bin aber wirklich gespannt wo die Reise hingehen wird.

Viel Neues …

Die beinahe Abwesenheit des Master Chiefs ist aber nicht die einzige Neuerung die auf euch warten wird. Zum ersten Mal in der Halo-Serie wurden mehr oder weniger weitreichende Änderungen am Gameplay vorgenommen. Beim ersten Anspielen war ich noch etwas besorgt, doch schnell gingen die neuen Möglichkeiten in Mark und Blut über.

Eine der größten Änderunge ist, dass man bei allen Waffen leicht ranzoomen und über Kimme und Korn zielen kann. Genretypisch wird das über den linken Trigger ausgeführt. Seit dem Anfang von Halo war der linke Trigger stets für Granaten reserviert. Granaten werden nun über den linken Bumper geworfen. Mit der Umstellung musste ich erst einmal warm werden. Ich hatte fast das komplette Spiel über auf Kimm und Korn gezoomt, statt eine Granaten zu werfen – bis ich merkte, dass man die Tastenbelegung ändern kann.

Hinzu kommt, dass sich das ganze Spiel nun schneller anfühlt. Man kann z.B. unendlich lange Sprinten und kleine Antriebe am Rücken ermöglichen schnelle Ausweichmanöver (sehr nützlich im Kampf gegen Jäger). Hinzu kamen mehr vertikal aufgebaute Levels, da man sich nun an Vorsprüngen per Tastendruck hochziehen kann. Diese drei Bewegungsmuster bringen wieder spielerische Abwechslung mit sich: Wenn man nach vorne sprintet und mit dem Gewehrkolben zuschlägt, kann man neue Wege im Level aufbrechen oder Gegner direkt ins Jenseits katapultieren. Es ist aber auch möglich, von einer erhöhten Position mit einem beschleunigten Sprung eine mächtige Bodenattacke auszuführen.

Neu ist auch, dass man nicht sofort stirbt und game over ist, wenn man mal zu viele Kugeln eingesteckt hat. Nun wird man ausser Gefecht gesetzt indem die Rüstung blockiert. In einem gewissen Zeitfenster können Teamkameraden die Blockade aufheben, bevor man letztendlich doch stirbt. Auf jeden Fall ist es nett, eine zweite Chance zu bekommen und nicht der kompletten Abschnitt erneut spielen zu müssen.

… aber nicht zu viel

Das Halo-Gefühl geht zum Glück bei den Anpassungen und Neuerungen nicht verloren. Halo 5: Guardians macht unheimlich viel Spaß. Das Gunplay ist immer noch Klasse und in den Schlachten geschehen große Verwüstungen in einer wundervollen Sci-Fi-Kulisse, untermalt mit einem fantastischem Soundtrack. Die ausserirdischen Umgebungen sind schön gestaltet und farbenfroh – eine willkommene Abwechslung zu den üblichen braun- und grautönen in anderen Shootern. Es gab einige Momente, in denen ich minutenlang das Kampfgeschehen am Horizont betrachtete oder einfach das wunderschöne Panorama genoss.

Leider gingen bei den Modernisierungsmaßnahmen für den ein oder anderen Halo-Veteranen eine sehr beliebte Funktion verloren: Der Splitscreen-Coop. Die Kampagne kann in Halo 5: Guardians nur über Xbox Live zusammen bestritten werden. Ich finde es nicht so schlimm, da ich den Splitscreen-Modus nie genutzt habe. Insgesamt ist die Kampagne sehr für Coop ausgelegt. So gibt es Gegner die verschiedene Schwachstellen haben, welche am einfachsten im Team ausgeschaltet werden können. Wenn man mal keine Mitspieler zur Seite hat, übernehmen drei KI-Begleiter diese Rolle. Das kann manchmal nervig sein, da sich die KI-Spartans nicht immer clever verhalten oder im Level vorangehen und man deshalb nach vorne gebeamt wird. Dafür reagieren die Kollegen auf einen Tastendruck und greifen einen bestimten Gegner primär an oder steigen in Fahrzeuge.

Während man in Halo Reach noch in einem Raumgleiter kämpfen und in Halo 4 in einem Pelikan Gegner vom Himmel holte, fehlt leider ein solcher Moment. Dafür wurden ruhigere Momente eingeführt. In ein paar Missionen kann man einfach so durch einen relativ kleinen Level laufen und dort mit NPCs reden oder Grunts und Eliten bei einem lustigen Plausch am Klippenrand belauschen. Ich mochte diese Abschnitte, weil sich die Welt dadurch etwas lebendiger anfühlt und man mal durchatmen und die Atmosphäre und die Grafik geniessen kann.

Halo 5: Guardians ist das erste Halo-Spiel (Master Chief Collection einmal aussen vor gelassen), dass echte 60 FPS bietet – auch wenn diese durch einige Grafiktricks erkauft wurden. Wer ganz genau hinsieht kann eine scharfe Kante entdecken, die den Detailgrad von Objekten anpasst, die Schattendarstellung verbessert oder die Animationen weit entfernter Gegner ruckeliger macht. Im normalen Spielbetrieb fällt dies aber nicht auf und Halo 5: Guardians ist immernoch ein schönes Spiel.

Zusammenfassung

  • 4-Spieler-Koop
  • kinoreife Cutscenes
  • Perfekte Shooter-Mechanik mit sinnvollen Anpassungen
  • Klasse Sound
  • Schöne Grafik
  • Lange Spielzeit
  • Tolles Leveldesign
  • Viel zu Sammeln
  • einiges zu entdecken
  • KI-Begleiter agieren nicht immer clever
  • Wenig Master Chief
  • kein Koop-Splitscreen

Fazit von AssKikaX

Halo ist nicht ohne Grund der Systemseller der Xbox. Halo 5: Guardians zeigt mal wieder, wie perfekte Shooter-Mechanik und farbenfrohe, schöne Umgebungen in Shootern sein können. Die Frischzellenkur hat der Reihe gut getan und lässt das typische Halo-Feeling bestehen. Leider kommt der Master Chief zu selten vor, so dass er nur wie ein Nebencharakter wirkt. Auf Teil 6 bin ich trotzdem schon gespannt.

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Vielen Dank an Microsoft für das Bereitstellen eines Testmusters.

8. November 2015 | Autor: AssKikaX

Kommentare

  1. Klasse Test und gut die positiven und negativen Dinge hervorgehoben. Ich denke ich werde nach dem spielen zu einem ähnlichen Urteil kommen. Von der ersten Trilogie war der zweite Teil allgemein gesehen auch der schlechteste und ich denke 343 Industries wird das schon hinbekommen einen optimales Finale für die aktuelle Trilogie zu finden.

    Als nächstes wird wohl erstmal das neue Halo Wars kommen und ob dann direkt der abschließende Teil für die Trilogie kommt weiß ich nicht aber ich glaube eher das Microsoft sich da vielleicht Zeit lassen wird und vielleicht sogar noch so ein Zwischenteil wie ODST kommen wird oder wenn es denn die aktuelle Story zulässt könnte man ja dann genau die andere Sicht vom aktuellen Spiel bringen also in den Szenen wo der Masterchief ist sieht man dann was währenddessen beim Team um Locke passiert und umgekehrt.

  2. Über das Gameplay brauch man nicht diskutieren, dass ist wie immer 1a.
    Auch wenn es etwas merkwürdig ist, dass die Kameraden in Zwischensequenzen wie Ninjas durch die Gegend springen und ich das selber aber nich hin bekomme ^^

    Was mich enttäuscht zurück lässt ist die Story und das Team-„System“.
    Für mich war Halo immer der Chief. Zwar hat man es in Teil 2 schon mit wechselnden Figuren zu tun, aber hier in Teil 5 macht man damit den Haupthelden im Prinzip „egal“. Wer nur Teil 5 spielt, wird überhaupt nicht verstehen, wer das ist und warum er der „Held“ der anderen Teile ist., was einfach daran liegt, dass er kaum vorkommt.
    Halo 4 hat die „Beziehung“ von Cortana und dem Masterchief schön herausgestellt, nach dem Ende war auch klar, dass es da nicht so einfach weiter geht. Was man hier in Halo 5 mit der Figur Cortana macht, lässt mich aber eher den Kopf schütteln, zumal in der normalen Story Erzählung erneut zu wenig erklärt wird.

    Halo 5 geht auch leider den Weg hin zu noch mehr „Optimierung“ auf Koop, als Einzelspieler muss man sich mit teils fragwürdig agierenden KI Kameraden rum schlagen. Diese können den Spieler zwar wieder auf die Beine helfen, finden einen aber nicht immer. In einigen Fällen stehen sie nur wenige Meter neben einem, kommen aber nicht heran, weil man etwas erhöht liegt. Sie könnten hoch springen, machen sie aber nicht immer.
    In manchen Fällen greifen sie die Gegner nicht richtig an. Stehen teilweise daneben und machen nichts.

    Das Ende ist sehr ernüchternd. Ich finde nicht, dass man so etwas bei einem Videospiel – auf dessen Fortsetzung man eventuell Jahre warten muss – machen sollte.
    Zusammengefasst: Viel zu wenig Masterchief und Cortana, kaum neues und zu viel Ausrichtung auf Koop.
    Das Spiel ist nicht schlecht, aber insgesamt betrachtet war für mich der vierte Teil deutlich besser. Ausser bei der Musik, da geht Halo 5 wieder etwas mehr in die Richtung der Teile vor dem vierten, und damit wieder weg von dem Elektrozeug, was ich nicht so mochte.

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