DOOM

Genre: First-Person-Shooter Publisher: Bethesda Softworks
Termin: Bereits erschienen Entwickler: id Software
Preis: 69,99 € (UVP) Games Store Link

DOOM war 1993 ein technischer Meilenstein der Videospielgeschichte und gründete das damals neue Genre der First-Person-Shooter maßgeblich mit. Mit dem in 2004 veröffentlichten DOOM³ landete id Software bei Fans und Kritikern eine Bauchlandung, weil vielen der Fokus auf Horror und dunkle Level nicht gefallen hat.

Shooter der alten Schule

Diese Kritik nahm sich id Software offensichtlich stark zu Herzen. Denn wie der simple Name DOOM (ohne Zahlen oder Untertitel) verspricht, wird uns ein Shooter in seiner klassischen Reinform serviert. Die Einzelspieler-Kampagne beginnt ohne großes Intro oder Einleitung: Wir wachen auf einem Steinaltar auf und ballern uns sofort durch insgesamt 13 riesige Levels gegen Höllendämonen, die eine Forschungsstation auf dem Mars überrannt haben. Zwar wird eine Story durch Hologramme in den Levels oder durch Sprachmitteilungen aufgetischt, diese ist aber bewusst dünn und wenig ernst gehalten. Der Fokus des Spiels liegt eindeutig auf dem schnellen Gunplay. Also weg mit dem Beiwerk und direkt zum Hauptgericht!

Schnell, schneller, DOOM

Was mir in den ersten Spielsekunden auffiel war das extrem hohe Tempo. Die Spielfigur reagiert direkt auf meine Eingaben – keine Verzögerungen durch einen simulierten Körper. Wie in den klassischen id-Shootern ist man im Prinzip eine fliegende Kamera mit Waffe. In der ersten halben Stunde habe ich mich wirklich erst daran gewöhnen müssen, da mir durch Shooter der letzten paar Jahre einfach anderes antrainiert wurde. Danach aber fließt das Gunplay wie Butter.

Durch schnelles Springen dem gegnerischen Beschuss ausweichen, eine andere Ebene erklimmen, dem Dämon einige Salven aus meiner Schrotflinte entgegenzimmern und anschließend in einem brutalem Glory-Kill zerspratzen lassen. Solche Abläufe gehen in Mark und Bein über und nach kurzer Zeit geriet ich in einen Flow, der zusätzlich durch den grandiosen Industrial-Soundtrack begleitet wurde. Dieses Erlebnis hatte ich seit Jahren nicht mehr in einem Shooter. Klasse!

Ich wurde durch das spielen des Spiels selbst besser und konnte somit wiederum die Konfrontation mit den immer stärker werdenden Gegner meistern. Zum Ende wurde mir das Ganze aber ein bisschen zu leicht. Denn neben meiner eigenen Verbesserung beim Spielen, kann man nun auch seinen Spielecharakter und die Waffen durch das Auffinden von Boni und meistern von (teils sehr frustrierenden) Herausforderungen nach und nach verbessern. Die Doppelläufige Schrotflinte war bei mir im Dauereinsatz, da sie im gemeisterten Zustand fast schon Übermächtig ist. Diese kleinen Modernisierungen bzw. Anpassung an den heutigen Shooter-Standard finde ich aber genau richtig. Die Waffen oder den Charakter zu verbessern, war stets Motivation für mich die Levels nach Secrets und Upgrades zu durchsuchen.

Augen auf im Ballerrausch

Zum Tempo des Spiels trägt allerdings auch die neue id-Tech-6-Engine bei, die stets bei 60 Frames per Second lag – Auch dies ist ein Feature, dass nicht jeder Shooter auf Konsolen zu bieten hat. Und obwohl sich die stabil hohe Framerate durch leicht nachladende Texturen sowie detailärmere Gegner und Level-Umgebungen erkauft, sieht DOOM auf der Xbox One einfach gut aus. Die sterilen Sci-Fi-Umgebungen werden durch tolle Licht- und Partikeleffekte sowie durch Spiegelungen in Blutfützen aufgewertet. Optisch haben mir aber die Höllen-Level mit ihren groben Steinbauten und dämonischen Elementen am Besten gefallen.

Leider musste ich in meinem Playthrough fünf Spielabstürze verzeichnen. Diese konnte ich nicht reproduzieren und habe deshalb nicht herausgefunden, woran es lag. Auf einmal blieb das Spiel mit dem Ton stehen. Zwei Mal konnte ich das Spiel direkt neu starten, drei Mal startete sogar die Xbox komplett neu. Durch die fair gesetzten Speicherpunkte waren die Abstürze aber nicht weiter schlimm.

Der Himmel für Alle

Das eigentliche Sahnestück von DOOM ist aber nicht zwangsweise der spaßige Single- oder Multiplayer, sondern der mitgelieferte Map-Editor. Ja genau, ein Map-Editor bei einem Konsolen-Shooter! Mit dem Editor kann man verschiedenste Module zu komplexen Levels für diverse Spielmodi erstellen. Sogar ganze Scripts und Events sind möglich. Bereits am ersten Tag gab es unzählige Community-Maps. Von Remakes der alten DOOM-Karten über Parcours-Arenen bis hin zu kleinen Singleplayer-Erlebnissen. Der Nachschub an neuen Inhalten wird bestimmt noch lange anhalten. Ich frage mich aber, wieso man dann noch den Season-Pass oder DLCs für neue Multiplayer-Maps kaufen soll…

Zusammenfassung

  • Klassisches DOOM-Feeling trotz Modernisierungen
  • Super flüssige 60 Frames
  • Tolle Grafik und Effekte
  • Extrem spaßiges, flottes Gunplay
  • exzellentes Level-Design
  • Abwechslungsreiche Waffen
  • motivierendes Upgrade-Feature
  • viele Secrets & Collectables
  • freischaltbare klassische Maps
  • Map-Editor für kostenlosen Shooter-Nachschub
  • Grandioser Industrial-Soundtrack
  • Seltene Abstürze
  • Runen-Herausforderungen teils nervig frustrierend
  • Wird zum Ende hin etwas zu leicht

Fazit von AssKikaX

Wer eine Story oder offene Welten haben möchte, sollte besser einen großen Bogen um DOOM machen. Aber dann entgeht einem auch ein höllisch guter und spaßiger Shooter! id Software hat es geschafft die Seele der Klassiker mit einigen wenigen Modernisierungen in die Neuzeit zu bringen, und so neben allen andernen modernen Shootern für etwas frische Abwechslung zu sorgen.

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19. Mai 2016 | Autor: AssKikaX

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