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Dead Space 2 – Stoppt Bayern die Veröffentlichung?

Bayern, das Land der Weißwürste, Kartoffelknödel, des Oktoberfestes –  und der CSU Politiker mit übersteigertem Mitteilungsbedürfnis. Nachdem Hr. Stoiber und Hr. Beckstein mittlerweile aufs Altenteil abgeschoben wurden drängt eine neue Generation Politiker(innen)  mit viel Aktionismus und sehr sehr wenig Sachverstand ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. In der aktuellen Ausgabe der Serie „Sachen die Deutschland nicht braucht“ mit Christine Haderthauer (Ministerin für Arbeit, Familie und Soziales im Freistaat Bayern) in der Hauptrolle geht es um EAs Dead Space 2. Wie wir vor kurzem berichteten, ist das Spiel von der USK mit „keine Jugendfreigabe“ (ab 18) gekennzeichnet worden und nur im Multiplayer minimal geschnitten (kein Friendly Fire).

Wie EA mittlerweile verraten hat waren dafür insgesamt fünf Prüfungstermine nötig. Nun ist man im Freistaat in Person von Fr. Haderthauer mit dieser Einstufung allerdings nicht so ganz einverstanden, anstatt allerdings der USK mit der Erfahrung von über 30.000 Einstufungen zu vertrauen erleben wir einen Tag vor Heilig Abend eine Weltpremiere: Das Appellationsverfahren. Damit nimmt sich die Politik erstmals das gesetzliche Recht eine Einstufung der USK anzuzweifeln und eine erneute Prüfung (die dann mittllerweile sechste!) zu veranlassen. Wie geschrieben: Nach über 30.000 Einstufungen ist dies nun das erste Mal das zu diesem Mittel gegriffen wird. Die Prüfung fände Mitte Januar statt, die angelaufene Produktion und Werbekampagnen müssten bis zu einer endgültigen Entscheidung gestoppt werden – Der pünktliche Release in Deutschland könnte also nicht gehalten werden.

Bei EA reagiert man verständlicherweise völlig Fassungslos auf dieses Vorgehen, Dr. Olaf Coenen (Geschäftsführer von EA Deutschland) dazu:

„Wir sind seit Juli 2010 mit der USK im Gespräch über Dead Space 2. Es gab insgesamt fünf USK-Prüfungen mit der finalen Entscheidung, das Spiel zu kennzeichnen. Danach haben wir – so wie das in den 30.000 Fällen zuvor auch Praxis war – die weiteren Produktionschritte unternommen. Nun wurde das Kennzeichen völlig überraschend und für uns nicht nachvollziehbar wieder kassiert. Die sechste Prüfung soll jetzt irgendwann im Januar erfolgen – bei einem Spiel, bei dem sich alle Beteiligten einig sind, dass es nur für Erwachsene angeboten werden soll. Das ist aus unserer Sicht absurd.“

„Wir fordern Bayern auf, das Appellationsverfahren wieder einzustellen und sich dem Spruch der Gutachter anzuschließen, die vor dem Hintergrund ihrer langen Erfahrung (30.000 Prüfungen) zu der Entscheidung für eine Kennzeichnung gekommen sind.“

„Erwachsenenspiele gehören nicht in Kinderhände. Ich finde aber auch, dass erwachsene Spieler in Deutschland genauso behandelt werden sollten, wie die Spieler in allen anderen europäischen Ländern auch. Dort wird Dead Space 2 mit der angemessenen Alterskennzeichnung (PEGI 18) am 27. Januar 2010 veröffentlicht.“

„Computer- und Videospiele sollten nicht anders behandelt werden als beispielsweise Bücher und Filme. Erwachsene sollten frei in ihrer Entscheidung sein, wie sie sich unterhalten möchten.“

EA hat mittlerweile eine Online Petition gestartet um das Appellationsverfahren doch noch zu stoppen, bis jetzt (23.12. 23:55 Uhr) haben bereits knapp 8000 Spieler unterzeichnet.

24. Dezember 2010 | Autor: Stargaze

Kommentare

  1. Klar will EA unbedingt die USK Kennzeichnung haben, um einer Indizierung zu entgehen.

    Schon schwieriges Ding. Es geht da sehr hart zur Sache und sowas ist früher ruck zuck indiziert wurden. Heute geht das bei der USK durch, was für mich nicht ganz nachvollziehbar ist.

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